Kloster Chulevi

Eingebettet in die südwestliche Region Samtskhe‑Javakheti in Georgien, liegt ein Relikt des 14. Jahrhunderts: das Kloster Chulevi des Heiligen Georg. Dieser friedvolle religiöse Rückzugsort befindet sich am linken Ufer des Flusses Kvabliani, in unmittelbarer Nähe der Stadt Adigeni. Auch unter den Namen Chule (Tchule) oder Chulebi bekannt, reicht die Geschichte des Klosters als geistliches Zentrum bis ins 11. Jahrhundert zurück, obwohl die heutige Baugestalt im späten 14. Jahrhundert entstand.

Die Entstehungsgeschichte von Chulevi ist in mittelalterlichen georgischen asomtavruli‑Schriftzeichen festgehalten und nennt den Künstler Arsen, der 1381 die Innenwände mit Fresken schmückte. Diese Wandmalereien zeigen unter anderem das fürstliche Haus Jaqeli, das als Förderer des Klosters auftritt.

Der Baustil von Kloster Chulevi entspricht zeitgenössischen Kirchen wie Zarzma und Sapara: ein langgestreckter Grundriss, eine rechteckige Form ohne Vorsprünge und eine Kuppel, die auf den Altarwänden und zwei kreuzförmigen Pfeilern ruht. Die Kuppeltrommel besitzt zwölf Fenster, von denen die Hälfte Scheinfelder sind.

Gleichzeitig ist Chulevi ein ernüchterndes Zeugnis für den Niedergang der georgischen Baukunst und monumentalen Malerei infolge zweihundertjähriger Mongolenherrschaft.

Wendepunkt war die osmanische Eroberung, durch die das Kloster verfiel und bis 1595 schließlich ganz verlassen war. Die christliche Bevölkerung barg Glocken und weitere Kirchengeräte und vergrub sie im benachbarten Wald. In den 1980er Jahren wurden diese Gegenstände glücklicherweise wiedergefunden; zunächst an das Lokal­museum von Akhaltsikhe übergeben, gelangten die Glocken nach der Rückgabe des Klosters an die Georgisch‑Orthodoxe Kirche im Oktober 1999 wieder zurück.

Die Restaurierungsversuche verliefen zunächst holprig: missglückte Maßnahmen eines Teams russischer Architekten 1935/36 und ein in den 1970er/1980er Jahren abgebrochenes Projekt verzögerten die Arbeiten. Erst 2003 begannen systematische Rekonstruktionsarbeiten, die schließlich die einstige Pracht von Kloster Chulevi wiederherstellten.

Heute erstrahlt das Kloster Chulevi erneuert und steht als Symbol georgischen Glaubens und Durchhaltevermögens – wieder ein spirituelles Zentrum für die Gemeinde.

Kloster Chulevi Karte

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