Kloster Haghpat

Im Norden Armeniens in der Region Lori gelegen, ist das Kloster Haghpat, auch Haghpatavank genannt, ein bezauberndes mittelalterliches Klosterensemble, das zwischen dem 10. und 13. Jahrhundert errichtet wurde. Das Kloster, das halb am Hang über dem Fluss Debed liegt, strahlt eine monastische Bescheidenheit aus und bietet zugleich Schutz und Verbergung vor der Außenwelt.

Gegründet von Königin Khosrovanuysh, der Ehefrau des Bagratidenkönigs Ashot III, im Jahr 976, steht Haghpat in enger historischer Verbindung zum benachbarten Kloster Sanahin. Zum Komplex gehören ein Narthex, zwei Korridor-Grabkammern, ein Refektorium, ein Skriptorium, die Kapelle von Hamazasp, ein Glockenturm, verschiedene Kapellen-Gräber und kunstvolle Kreuzsteine (khachkars), alle umschlossen von einer mit Türmen versehenen Befestigungsmauer.

Das älteste Bauwerk des Ensembles, die St. Nshan Church, zeigt einen integrierten Innenraum, eine weithin dominierende Kuppel und prächtige Fresken, die die architektonische Innovation des armenischen Bauwesens des 10. und 11. Jahrhunderts veranschaulichen. Die Flachreliefs der Könige Smbat und Gourgen an der Ostfassade der Kirche sind herausragende Beispiele der Skulptur.

Das Kloster war einst ein florierendes wissenschaftliches Zentrum mit einer reichen Handschriftensammlung und diente als wichtiges Zentrum für das Abschreiben von Manuskripten sowie als Ort für Studium und Forschung in verschiedenen Bereichen. Zwar sind einige Gebäude der Zeit verloren gegangen, doch die Reste der Hauptkirche St. Nishan, der St. Gregory Church, der St. Astvatsatsin Church, des Speisesaals aus dem 13. Jahrhundert, des Bücherarchivs, des Glockenturms und der khachkars zeugen von der reichen Geschichte des Klosters.

Das Bücherarchiv bewahrte kostbare Handschriften und Texte bis ins 13. Jahrhundert, als die mongolischen Invasionen die Region bedrohten. Diese Werke wurden in Höhlen versteckt; bislang wurden nur drei Höhlen mitsamt ihren Beständen wiederentdeckt.

Das Kloster Haghpat steht heute unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe und fasziniert Besucher weiterhin durch seine architektonische Meisterschaft, seine sakrale Atmosphäre und seine bewegende Kulturgeschichte — ein eindrucksvoller Einblick in Armeniens mittelalterliches monastisches Erbe.

Kloster Haghpat Karte

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