Der Fluss Iori, der sich durch das Herz des georgischen Steppenökosystems schlängelt, spielt eine zentrale Rolle für das Überleben und Gedeihen der vielfältigen Tierwelt der Region. Der Fluss entspringt im Großen Kaukasus und durchläuft eine Strecke von 320 Kilometern nach Aserbaidschan, wo er als Gabirry (Qabirry) bekannt ist und schließlich in den Mingachevir-Stausee mündet.
Der Iori und der üppige Galeriewald entlang seines Tals bilden eine Lebensader für die Bewohner der weiten Grasländer. Hier, zwischen buschbedeckten Kämmen und ausgedehnter Steppe, streifen der majestätische Luchs, der scheue Wolf, der mächtige Braunbär und die flinke Persische Gazelle umher – alle sind auf den Fluss als Hauptwasserquelle angewiesen. Seine Existenz zeugt vom zyklischen Charakter von Ökosystemen, schafft periodische Feuchtgebiete und transportiert Nährstoffe aus den Bergen in die Niederungen.
Vor der Kulisse karger Badlands und weitläufiger Steppen steht der Galeriewald entlang des Iori als Leuchtfeuer der Biodiversität. Dieser Wildtierkorridor bietet nicht nur Brutplätze, sondern auch Kernlebensräume für mehrere Vogelarten, darunter der gefährdete Ägyptische Geier, der Sakerfalke und der Östliche Kaiseradler.
In der Antike war der Fluss als Cambyses bekannt, ein Name, der der Region Cambysene seinen Namen gab. Heute sehen sich der Iori und sein Umfeld Bedrohungen durch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und Relikte sowjetischer Infrastruktur gegenüber. Doch es gibt Hoffnung: Laufende Wiederherstellungsprojekte arbeiten an einer nachhaltigen Koexistenz zwischen den lokalen Viehhirten und dem Land, das sie Heimat nennen.
