In den üppigen Landschaften Adjara, innerhalb des Kintrishi National Park, zieht der Tbikeli Lake nicht nur durch seine einzigartige Herzform die Blicke auf sich, sondern auch durch seine Lage an den nordöstlichen Hängen des Mount Nabadziri in 2222 Metern Höhe. Der See, dessen Tiefe zwischen 8 und 10 Metern variiert, wird von Schmelzwasser, Grundwasser und Niederschlägen gespeist – ein natürliches Zusammenspiel, das sein ganzjähriges Bestehen sichert. Im Winter verwandelt sich der See in ein kristallines Schauspiel, bedeckt von Schnee und Eis.
Im biologischen Reigen des Sees ist er ein Rückzugsort für den kaukasischen Molch, eine Art, die in der Roten Liste als gefährdet geführt wird. Die eigenartige Form des Sees hat seine geografische Identität überzogen und ist zum Symbol auf Fotografien geworden – ein digitales 'Herz', das in sozialen Netzwerken geteilt wird und Zeugnis der Zuneigung jener ablegt, die seine Schönheit erlebt haben.
Die Anreise zum Tbikeli Lake ist ein Abenteuer: Ob auf dem Pferderücken oder zu Fuß entlang des 14 Kilometer langen Weges ab Khinotsminda – das Ziel belohnt mit mehr als nur landschaftlichen Eindrücken. Der Ort ist auch von lokalen Legenden durchwoben. Man erzählt von einem seltsamen Wesen, das einst Weidekälber bedrohte und täglichen Ärger verursachte, bis ein aufmerksamer Hirte einen Plan schmiedete. Indem die Kälber mit scharfen Gegenständen an den Hörnern versehen wurden, endete die Herrschaft des Wesens; es kehrte nie wieder zurück. Die Furcht blieb jedoch bestehen, und die Einheimischen versuchten daraufhin, den See trockenzulegen. Mehrfach durchkreuzten Regenfälle ihre Bemühungen – von den Bewohnern als göttliches Eingreifen gedeutet – sodass sie schließlich aufgaben.
Heute liegt der See ungestört da, ungetrocknet und ruhig; seine Herzform zieht Fotografen und Naturfreunde gleichermaßen an, und seine Gewässer beherbergen keine Fabelwesen, sondern den kleinen, harmlosen, aber gefährdeten kaukasischen Molch.
