Als zeitgezeichnetes Monument auf einem zerklüfteten Felsen über dem Dorf Tsikhisdziri nimmt Petra Fortress einen zentralen Platz in der georgischen und byzantinischen Geschichte ein. 23 Kilometer von Batumi entfernt war Petra einst eine uneinnehmbare Zitadelle, die Westgeorgien mit den byzantinischen Provinzen verband und die östliche Schwarzmeerküste beherrschte. Heute, obwohl in Ruinen, öffnet sie ein fesselndes Tor zu einer Vergangenheit, die Europa und Zentralasien verband.
Im 6. Jahrhundert erbaut, steht Petra auf den Überresten einer alten lazischen Siedlung, die heute als Justinian's City bekannt ist. Über dem Schwarzen Meer thronend, galt die Festung als nahezu uneinnehmbar: an Land gesichert durch eine starke Mauer und an der Meerseite durch steile Felsen. Petra, im Griechischen „Fels“, trägt ihren Namen zu Recht und bietet eine strategische Aussicht.
Die Sasanian Persians richteten ihr Augenmerk auf die Festung, was zur Schlacht von Egrisi im Rahmen des fünfzigjährigen Lazic War führte, in der Persien letztlich siegte. In der Folge blieb Petra ein bedeutender Macht- und Kontrollpunkt im politischen Gefüge Westgeorgiens während der byzantinischen Epoche und überwachte See‑ und Landrouten.
Heute steht das Petra Fortress Museum & Reserve als Würdigung dieser reichen Historie. Besucher können die Überreste der Festung erkunden: Fundamente einer Basilika aus dem 6.–7. Jahrhundert, Reste eines Palastes, ein antikes Bad sowie erhaltene medizinische und militärische Quartiere. Archäologische Funde umfassen antike Thermen, Bauernhäuser, Soldatenunterkünfte und Reste der Episkopalkathedrale des Petrus.
John Strathegos errichtete Petra Fortress — in Georgien auch als Castle of Kajeti bekannt — im Jahr 535 n. Chr.; man vermutet, dass es das Schloss ist, das in Rustavelis Gedicht „Der Ritter im Pantherfell“ erwähnt wird. Auf 440 Meter über dem Meeresspiegel gelegen und nur 9 Kilometer von Kobuleti entfernt, bietet die Festung nicht nur ein eindrucksvolles historisches Erlebnis, sondern auch atemberaubende Ausblicke auf das Schwarze Meer.
Die Geschichte von Petra hat Forscher über Jahrzehnte fasziniert; archäologische Untersuchungen begannen im frühen 20. Jahrhundert und dauern bis heute an. Das 1908 entdeckte reiche Grab mit einem großen Kristall in einem goldenen Rahmen — heute im Hermitage aufbewahrt — zeugt von dem historischen Reichtum des Ortes.
Von seiner Rolle als byzantinische Bastion und episkopales Zentrum bis hin zum dramatischen Schauplatz des Lazic War und seinem Niedergang bietet Petra Fortress Besuchern einen eindringlichen Einblick in eine Vergangenheit, die den Verlauf der georgischen und europäischen Geschichte prägte. Dieses archäologische Kleinod, geprägt von Spuren mehrerer Zivilisationen, ist zugleich Zeugnis der Widerstandsfähigkeit der Region und ein Magnet für historische Entdecker.
