Etchmiadzin Church

Im historischen Stadtteil Avlabari von Alt-Tbilisi, unmittelbar am Ketevan Tsamebuli Square, erhebt sich die Etchmiadzin Church als lebendiges Zeugnis des reichen religiösen und kulturellen Gefüges der Stadt. Auch bekannt als Saint Sargis Church, trägt dieses spirituelle Denkmal eine faszinierende Geschichte von Umbauten und Restaurierungen und ist damit ein fesselnder Ort für religions- und architekturinteressierte Besucher.

Zwischen 1806 und 1808 von erfahrenen Meistern aus Vakharshapat erbaut und von den Bewohnern Tbilisis finanziert, entstand die aus Ziegeln errichtete Etchmiadzin Church ursprünglich als hallenartige Anlage. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach umgebaut und erhielt 1846 die Form einer im Grundriss eingeschriebenen Kreuzkirche, eine in der mittelalterlichen georgischen und armenischen Architektur verbreitete Bauweise. Die Kuppel der Kirche, ein prägendes architektonisches Element, ruht auf vier runden Säulen und verleiht dem Bau eine kraftvolle, eindrucksvolle Erscheinung.

Bei näherer Betrachtung fällt die markante Fassade auf, in der die Ziegelschichten sorgfältig betont sind. Im Inneren kontrastieren verputzte Wände mit Fresken aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts reizvoll zur äußeren Backsteinoptik. Auch die Fenstergrößen, mit einer bemerkenswerten Breite von 1,5 Metern, sind ein interessantes architektonisches Detail.

Die Etchmiadzin Church liegt in herausragender Lage mit Blick auf die ikonische Festung Narikala und bietet atemberaubende Aussichten auf den Ketevan Tsamebuli Square, die alten Bäder, Mtatsminda, den Fernsehturm und die Standseilbahn.

Trotz zahlreicher Renovierungen im 19. und 20. Jahrhundert bewahrt die Kirche ihren ursprünglichen Charme und gilt als Symbol der Armenisch-Apostolischen Kirche in Georgien. Die jüngste Restaurierung erfolgte von 2006 bis 2010 mit Unterstützung der gläubigen armenischen Diaspora im Westen der USA und dem Mother See of Holy Etchmiadzin.

Die Wiedereinweihung nach der Restaurierung nahm 2011 Seine Heiligkeit Garekin II., Oberster Patriarch und Katholikos aller Armenier, im Rahmen seines pontifikalen Besuchs in Georgien vor. Dieser Moment markierte ein neues Kapitel in der langen Geschichte der Kirche.

Neben der Etchmiadzin Church wurde 2011 das Bildungs-, Kultur- und Jugendzentrum "Hayartun" gegründet. Das Zentrum fördert verschiedene Bildungs- und Kreativprogramme mit dem Ziel, die armenische Sprache zu bewahren, nationale und religiöse Feste sowie Traditionen wiederzubeleben und die armenisch-georgischen Kulturbeziehungen zu stärken.

Die Etchmiadzin Church mit ihrer jahrhundertealten Geschichte und ihrer architektonischen Bedeutung bildet eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und unterstreicht die lebendige religiöse und kulturelle Vielfalt Tbilisis.

Etchmiadzin Church Karte

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