Im Herzen Tbilisis, nahe der Metrostation Marjanishvili in 55 Javakhishvili Street, steht die St. Peter and Paul Catholic Church als lebendiges Zeugnis Georgiens religiöser Vielfalt. Die Kirche dient seit über einem Jahrhundert sowohl als geistliches Heiligtum als auch als sozialer Treffpunkt der katholischen Gemeinde Tbilisis und spiegelt das facettenreiche Kulturleben der Stadt wider.
Im Jahr 1866, als die katholische Gemeinde in Tbilisi auf etwa 4.000 Menschen anwuchs, entstand der Wunsch nach einem größeren Gotteshaus. Auf Anordnung des Wohltäters und Leiters der römisch-katholischen Gemeinde, Konstantine Zubalashvili, wurde der Bau in Auftrag gegeben. Der in Tbilisi ansässige deutsche Architekt Albert Salzmann entwarf die Kirche im frühbarocken Stil und schuf damit ein für seine Zeit auffälliges architektonisches Meisterwerk.
Der Bau wurde 1877 vollendet und größtenteils von polnischen und georgischen Katholiken finanziert. Das neue Gebäude bot Platz für rund 600 Personen; seine Einweihung wurde damals mit großem Pomp gefeiert. Zur Belebung des Gemeindelebens wurden in der Umgebung eine Pfarrschule und eine Bibliothek eingerichtet.
Trotz des Drucks während der Sowjetzeit blieb die Kirche geöffnet, wenn auch teilweise gegen Gebühr. Sie erlebte schwere Zeiten, unter anderem einen Brand im Jahr 1993; die anschließenden Wasserschäden erforderten umfangreiche Restaurierungen, die mit Unterstützung polnischer Spezialisten 2009 abgeschlossen wurden.
Heute präsentiert sich die Kirche in lebhaftem Gelb: Das kunstvoll gestaltete Rosenfenster und das Taubenornament – Ergänzungen nach 2000 – verleihen der Fassade zusätzlichen Charme. Die intensiven gelben korinthischen Pilaster und Bögen stehen in reizvollem Kontrast zu den ursprünglichen weißen und silbergrauen Farbtönen und machen das Gebäude zu einem markanten Blickfang.
Als eine von zwei aktiven katholischen Kirchen in Tbilisi feiert St. Peter and Paul Catholic Church regelmäßige wöchentliche Gottesdienste und setzt damit ihre lange Tradition als Zentrum des katholischen Lebens der Stadt fort. Besonders bemerkenswert ist der Besuch von Papst John Paul II., der dort im Oktober 1999 die Messe zelebrierte.
Mit ihrer reichen Geschichte und architektonischen Pracht ist die St. Peter and Paul Catholic Church ein lebendiges Symbol des multikulturellen Gefüges Tbilisis, das Vergangenheit und Gegenwart verbindet und die besondere religiöse und kulturelle Identität der Stadt unterstreicht.
