Die "Apple of Love", eine eindrucksvolle 9 Meter hohe Kunstinstallation des renommierten georgischen Bildhauers Zurab Tsereteli, bildet ein geheimnisvolles Zentrum im Innenhof des Museum of Modern Art (MOMA) Tbilisi in der Meskhia Street. Während das Museum selbst, in der Rustaveli Avenue 27 gelegen, rund 300 Werke Tseretelis neben zeitgenössischer Kunst anderer Künstler zeigt, steht dieses Werk draußen und ist ohne Eintritt zugänglich. Besucher können es kostenlos bis 18:00 Uhr besichtigen; die Darstellung richtet sich jedoch vorwiegend an ein erwachsenes Publikum (ab 18 Jahren).
Von außen strahlt die Apple Mystik aus: ihre rotundenartige Form ist mit filigranen Details geschmückt. Ein kleiner Eingang lädt hinein, und im schummrigen Inneren eröffnet sich eine erstaunliche Sammlung von 145 Bronzeplatten. Die Reliefs zeigen Szenen aus weltweiten Mythen und zeichnen den Bogen menschlicher Leidenschaft vom Fall bis zur Suche nach spiritueller Erleuchtung. Die Deutlichkeit mancher Darstellungen löste Debatten aus – manche sehen Parallelen zu den Kamasutra-Tempeln Indiens, andere bewundern die entstehende philosophische Erzählung.
Goldene Sterne in der Decke lassen sanftes Licht hindurchscheinen und schaffen eine Atmosphäre von Intimität und Kontemplation. Die Wände sind erfüllt von skulpturalen Darstellungen des menschlichen Weges, die Erotisches und spirituelle Symbolik verschränken. Die Bilder fassen nicht nur den Ursprung des Lebens, sondern auch seine Entwicklung zusammen und eröffnen einen visuellen Dialog über Liebe, Begehren und die Suche nach höherer Bedeutung.
Tsereteli, dessen Werke unter anderem die monumentale "Chronicle of Georgia" und Beiträge an der Saint Sava Church in Belgrade umfassen, schuf die Apple, um Wahrnehmungen herauszufordern und zum Nachdenken anzuregen. Trotz der kontroversen Themen bleibt die Apple of Love eine packende Verschmelzung von Kunst und Philosophie und zieht Kunstliebhaber sowie Neugierige an, die sich für die Komplexität menschlicher Existenz interessieren.
