9. April-Garten

Am Tabukashvili Street in Tbilisi entfaltet sich die üppige Pracht des 9. April-Gartens. Dieser historische Garten nimmt den oberen Teil des einstigen Alexander Garden ein, der durch die Tabukashvili Street geteilt ist. Die untere Hälfte, der Giorgi Leonidze Garden, ergänzt das Ensemble und schafft im Herzen Tbilisis ein sattes, friedliches Bild.

Der Alexander Garden — der erste öffentliche Erholungsgarten in Tbilisi — entstand im 19. Jahrhundert nach den Plänen des schwedischen Architekten Otto Simonson. Zum Gedenken an den russischen Kaiser Alexander II. erhielt der Park seinen Namen und wurde schnell zu einem Zentrum des städtischen Lebens: Handelspavillons boten unter anderem die berühmten süßen Limonaden von Mitrofane Lagidze an. Eine Kanone auf der oberen Terrasse markierte mit ihrem Mittagsfeuer die Zeit in diesem lebhaften öffentlichen Raum. Zwischen 1885 und 1888 fügte der Architekt Albert Salzmann eine weitere Attraktion hinzu, als er das Russian Military History Museum innerhalb des Gartens errichtete — das heutige National Gallery.

Mit dem Bau der Straßenbahn im vergangenen Jahrhundert wurde der Alexander Garden geteilt und der Weg für die Entstehung des 9. April-Gartens frei. Der Name erinnert an die Ereignisse von 1989 und steht als Mahnmal für ein schmerzhaftes Kapitel in Georgiens Geschichte: Am 9. April 1989 führte das Eingreifen der sowjetischen Truppen auf der Rustaveli Avenue zu einem brutalen Zusammenstoß mit zahlreichen Opfern.

Heute ist der 9. April-Garten ein kraftvolles Symbol für Widerstandskraft und Frieden. Zwischen seinen ruhigen Grünflächen lädt ein Denkmal für Lado Gudiashvili, den berühmten georgischen Künstler, zum Verweilen und Nachdenken ein. In der Umgebung reihen sich Cafés und Hotels aneinander, das Theater an der Atoneli sowie die nahegelegene National Gallery locken Kulturinteressierte. Die kulturell bedeutende Kashueti Church, die während der Unruhen von 1989 Zuflucht bot, befindet sich ebenfalls in unmittelbarer Nähe.

Trotz seiner historischen Bedeutung hat der 9. April-Garten seine Rolle als Erholungsort angenommen. Er bietet eine friedliche Flucht aus dem Trubel der Stadt und zieht Einheimische wie Besucher an, die sowohl die Geschichte Tbilisis erleben als auch seine stille Schönheit genießen möchten.

9. April-Garten Karte

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