Im malerischen Dorf Vashlovani, eingebettet in die Gemeinde Tetritskaro in der Region Kvemo Kartli, erhebt sich ein markantes Bauwerk: der Vashlovani Tower. Dieses historische Gebäude stammt aus dem Jahr 1811. Entgegen der Erwartung, es wäre eine militärische Festung, wurde es nicht zu Verteidigungszwecken errichtet, sondern als „Salkhino“, ein prächtiger Rückzugsort für georgische Aristokraten, um Feste und Bankette zu feiern.
Generalmajor Tamaz Orbeliani von der russischen Armee hatte die Vision für dieses Bauwerk, und die geschickten Hände von "Master George" setzten sie um. Der Turm besticht durch seine kreisförmige Gestaltung und ist aus lokalem, grauem Bruchstein errichtet, verbunden mit festem Mörtel. Als Kontrast zur sonst schlichten Struktur ragt eine östliche Ziegel-Loggia hervor, ein reizvolles Spiel aus roten, weißen und gelben Ziegeln. Diese sorgfältig gearbeitete Loggia sowie die gewölbte Eingangstür betonen eindrucksvoll die Ostfassade. Das Innere wird von Bogenfenstern erhellt und erstreckt sich über vier Stockwerke. Jede Ebene ist durch eine steinerne Treppe verbunden, die eng an den Wänden angebracht ist. Der Zahn der Zeit hat dem Turm jedoch zugesetzt: Die oberste Etage liegt in Trümmern und ihre einstige Pracht ist einem gespenstischen Verfall gewichen.
Von Tbilisi aus kann man eine reizvolle Wanderung vom historischen Azeula Fortress im Dorf Kojori unternehmen. Der Pfad ist relativ einfach, aber unmarkiert, weshalb ein Führer oder eine Karte sehr hilfreich sind. Die Gruppe 'Weekend Travelers Georgia' durchquert diese Region häufig. Der Turm, am nordöstlichen Rand von Vashlovani gelegen, lädt Entdecker offen ein. Mutige Besucher können seine Höhen erklimmen, doch ist Vorsicht geboten, da einige Treppenabschnitte stark beschädigt sind. Von den oberen Etagen eröffnet sich ein atemberaubender Blick auf die ruhige Weite des Kumisi lake und die umliegenden Landschaften.
Für Reisende, die dem Trubel von Tbilisi kurz entfliehen möchten, ist der Vashlovani Tower ein verborgenes Juwel. Trotz seines leicht vernachlässigten Zustands bieten seine reiche Geschichte und die idyllische Umgebung des Dorfes ein intensives Eintauchen in Georgiens faszinierende Vergangenheit.
