Seit Jahrhunderten ist das Kloster Khobi, auch als Nojikhevi-Kloster bekannt, ein Leuchtturm geistlicher Zuflucht. Eingebettet in die historische Provinz Samegrelo, etwa 3 Kilometer nördlich der Stadt Khobi, hat dieses bedeutende Denkmal die Zeiten überdauert und erzählt Georgiens spirituelle und kulturelle Geschichte seit dem 13.–14. Jahrhundert.
Dieses Heiligtum verwahrte einst das Mariengewand, sorgfältig in einem silbernen Behältnis aufbewahrt, bis zur Zeit der sowjetischen Herrschaft. Der Überlieferung zufolge wurde dieses göttliche Gewand zwischen dem 8. und 9. Jahrhundert aus Konstantinopel nach Georgien geschmuggelt, in einer Zeit, als Kaiser Leo III. einen unerbittlichen Bildersturm führte.
Weitere religiöse Reliquien, darunter das Militärkreuz David the Builder, das Brustkreuz Königin Tamars und die Gebeine verehrter Heiliger, fanden bis 1923–1936 ebenfalls Zuflucht im Kloster Khobi. Danach wurden diese wertvollen Artefakte ins Zugdidi-Museum überführt.
Die architektonische Pracht des Klosters spiegelt seine spirituelle Bedeutung wider. Die Anlage umfasst eine Kirche, die Residenz des Katholikos, ein zweistöckiges Gebäude oberhalb des Kirchenschwellenbereichs, einen Weinkeller, einen Glockenturm sowie Nebengebäude. Als Hinweis auf seine royale Vergangenheit befand sich auch das Ossuarium der Familie Dadiani auf dem Gelände.
Bei weiteren Untersuchungen wurden nahe der Kirchenmauer die Reste einer alten Kathedrale aus dem 4. Jahrhundert gefunden, während archäologische Ausgrabungen Spuren einer kolchischen Siedlung aus dem 8.–7. Jahrhundert v. Chr. im Kirchhof zutage förderten.
Obwohl das Kloster im Verlauf seiner Geschichte zahlreichen Überfällen zum Opfer fiel, blieb es standhaft und bewahrte die heiligen Reliquien. Offiziell als Nojikhevi-Konvent der Entschlafung bekannt, besticht dieses georgisch-orthodoxe Kloster durch eine kunstvoll gestaltete Außenfassade und Fresken, die das Innere schmücken und seine bewegte Vergangenheit eindrucksvoll erzählen.
Als kuppelose Saalkirche mit Kreuzgewölben errichtet, wurde das Kloster Khobi mehrfach baulich verändert. Sein Aufbau umfasst offene Galerien entlang der West- und Südfassade, die im östlichen Ende der Südseite in eine geschlossene Kapelle münden. Die Fresken aus dem 13.–14. Jahrhundert zeugen von Einflüssen der spätbyzantinischen Kunst der Palaiologenzeit; daneben finden sich Fresken des 17. Jahrhunderts mit Darstellungen der Familie Dadiani.
Das Kloster Khobi ist in die Liste der unbeweglichen Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung eingetragen und steht als dauerhaftes Zeugnis Georgiens sakraler Tradition und klösterlichen Lebens. Heute ist es ein lebendiges Nonnenkloster, erfüllt von stiller geistlicher Aktivität.
