Im Herzen von Poti, dem einstigen Phasis, erhebt sich das Poti Museum der kolchischen Kultur als Symbol der tief verwurzelten, westlich geprägten Kultur Georgiens. Mit über 20.000 Exponaten ist das Museum ein Leuchtturm der Antike und ein Muss für Geschichtsfreunde und Liebhaber alter Zivilisationen.
Poti, einst bedeutendes Wirtschafts-, Kultur-, Bildungs- und Handelszentrum des historischen Königreichs Kolchis, bildet die ideale Kulisse. Die Exponate reichen beeindruckend vom 3. Jahrhundert v. Chr. bis zum 6. Jahrhundert n. Chr. und erzählen fast ein Jahrtausend Geschichte.
Das Hauptgebäude des Museums wurde 1908 nach Plänen von Edmon Frick errichtet, gefördert vom damaligen Bürgermeister Potis, Niko Nikoladze. In den folgenden Jahrzehnten verfeinerte Nikoladze seine Vision, die 1933 schließlich unter der Leitung des autodidaktischen Archäologen Besarion Gogolishvili verwirklicht wurde.
Bei einem Rundgang durch die Ausstellungsräume begegnen Ihnen zahlreiche kolchische Fundstücke: von landwirtschaftlichen und militärischen Werkzeugen der Bronzezeit bis hin zu Keramiken aus dem 1. und 2. Jahrhundert v. Chr. Bronzefiguren von Stieren, Vögeln und Drachen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. unterstreichen die hohe Handwerkskunst Kolchis. Die filigranen Geometriemuster auf vielen Objekten zeugen von Können und ästhetischem Feingefühl der kolchischen Künstler.
Ein Mittelpunkt der Ausstellung ist eine kleine Statue der „Großen Mutter der Götter“, einer Schutzgöttin von Fruchtbarkeit und Leben. Ihre Verehrung reichte weit: vom europäischen Mittelmeerraum und Kreta über Teile Asiens bis in den Südkaukasus und an das Schwarze Meer.
Zudem bewahrt das Museum eine unschätzbare numismatische Sammlung, darunter Goldmünzen aus der Zeit Alexanders des Großen (3. Jahrhundert v. Chr.) und Justinians des Großen (6. Jahrhundert). Diese Stücke belegen die Bedeutung von Phasis als Handelsstadt, die Kaufleute von weither anzog, um kolchische Waren zu erwerben.
Das Poti Museum der kolchischen Kultur, eine bedeutende historische Institution Georgiens, ist täglich von 10:00 bis 17:00 Uhr geöffnet, außer montags. Ein Besuch ist eine Zeitreise, die die Größe und Komplexität Georgiens westlich geprägter Vergangenheit enthüllt.
