Die Iprari-Kirche der Erzengel, vor Ort Tarngzel genannt, ist ein architektonisches und kulturelles Juwel im Dorf Iprari in der Gemeinde Mestia in der Region Samegrelo-Zemo Svaneti, Georgien. Die Kirche stammt aus dem 11. Jahrhundert und gehört zum reichen Kulturerbe der Hochgebirgsregion Svaneti.
Trotz ihres schlichten Äußeren besteht das Bauwerk aus kunstvoll behauenen Steinplatten und weist einen Saalgrundriss mit den Maßen 4,75 x 2,6 Meter auf. Im Inneren sorgen zwei Fenster für Licht; ein Steinaltar ist vom Saal durch eine dreibogige Ikonostase getrennt.
An Außen- und Innenwänden finden sich Freskenfragmente aus dem 11. bis 15. Jahrhundert, die Einblicke in Georgiens mittelalterliche Monumentalkunst geben. Besonders hervorzuheben ist die Deisis-Komposition mit sieben Figuren an der Südfassade, meisterhaft 1096 vom Hofmaler Tevdore ausgeführt. Die Wandmalereien folgen den architektonischen Konturen des Innenraums und zeigen Szenen und Gestalten der christlichen Ikonographie in zwei Registern.
Aufgrund ihrer abgeschiedenen Lage diente die Kirche über Jahrhunderte als sicherer Aufbewahrungsort christlicher Kunst. Der georgische Gelehrte Ekvtime Taqaishvili berichtete während seiner Reise 1910 von zahlreichen historischen Objekten, darunter ein heute verlorenes Triptychon der Jungfrau mit Kind aus dem 13. Jahrhundert, das König David VII. von Georgien als möglichen Stifter nennt.
Als in Georgiens Liste der unbeweglichen Kulturdenkmäler von nationaler Bedeutung eingetragenes Bauwerk ist die Iprari-Kirche der Erzengel ein eindrucksvolles Zeugnis der künstlerischen und religiösen Geschichte Svanetis. Ihr unprätentiöser Baustil verbirgt einen reichen kulturellen Schatz.
