Vani ist eine malerische Stadt in der Region Imereti im Westen Georgiens, am Fluss Sulori, der in den Rioni mündet. Etwa 41 Kilometer südwestlich der Regionalhauptstadt Kutaisi gelegen, hat Vani eine Bevölkerung von 3.744 (Stand 2014). Die Stadt ist Verwaltungszentrum der Munizipalität Vani, die 557 Quadratkilometer umfasst und mit insgesamt 24.512 Einwohnern 40 umliegende Dörfer einschließt.
Vani ist berühmt für seine archäologische Bedeutung. Bei Ausgrabungen, die 1947 begannen, wurden die Überreste einer wichtigen Stadt des antiken Kolchis freigelegt. Der antike Name ist unbekannt, doch die Fundstelle zeigt vier unterschiedliche Besiedlungsphasen. Die früheste reicht ins 8. bis 7. Jahrhundert v. Chr., als Vani vermutlich ein bedeutendes Kultzentrum war. Ende des 7. Jahrhunderts v. Chr. entwickelte es sich zu einem politischen und administrativen Zentrum mit Holzbauten, Altären und reichen Grablegen. Die dritte Phase (4. bis 3. Jahrhundert v. Chr.) ist durch steinerne Gebäude und aufwändigere Bestattungen gekennzeichnet. Im 3. bis zur Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. wurde Vani zu einer befestigten Tempelstadt mit Mauern, Toren, Altären und Bronzegießereien. Die Stadt wurde in der Mitte des 1. Jahrhunderts v. Chr. zerstört, ging später zu einem Dorf zurück und wurde 1981 offiziell zur Stadt erhoben.
Heute zeigt das 1985 gegründete Museum von Vani einzigartige Artefakte aus dem antiken Kolchis. Besucher können auch mittelalterliche Festungen wie die Festung Tamari und die Festung Gormaghali erkunden oder natürliche Sehenswürdigkeiten wie die Bzvani-Karsthöhle und die Dikhashkho-Schwefelgeysire besuchen. Die Stadt liegt außerdem in der Nähe des Geburtsorts der Dichter Galaktion und Titsian Tabidze, deren Museum eine bedeutende kulturelle Stätte ist.
Die Geographie Vanis ist vielfältig, von den Ebenen Imeretis im Norden bis zu den Ausläufern des Meskheti-Gebirges im Süden. Ihr höchster Punkt ist Mefistskaro mit 2.851 Metern. Die Region ist reich an Pflanzenwelt mit über 1.000 Arten, einschließlich Wäldern und alpinen Wiesen. Vani hat ein feucht-subtropisches Klima; die Durchschnittstemperaturen liegen im Januar bei 4,1 °C und im Juli bei 23,4 °C. Im Tiefland fällt nur leichter Schnee mit durchschnittlich 10–12 Zentimetern, der etwa zwei Wochen liegen bleibt, während im Gebirge Schneehöhen von über 2 Metern erreicht werden können, die bis zu vier Monate verbleiben.
Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle in Vanis Wirtschaft, da seine historischen und kulturellen Stätten Besucher anziehen. Die archäologische Stätte bietet Ausblicke auf Kutaisi, die Rioni-Niederung und den Kaukasus. Jedes Jahr feiert die Stadt am 2. Juni „Vaneloba“, ein Fest, das lokale Verdienste ehrt und Vanis reiche Geschichte und Kultur präsentiert.
