Siedlung Gogichaant Ghele

In der Nähe des Dorfes Chobiskhevi, im Herzen der Gemeinde Borjomi, liegt die alte Siedlung Gogichaant Ghele, auch bekannt als Nadikrebi. Dieser bemerkenswerte archäologische Fundort erzählt auf eindrucksvolle Weise die Geschichte Georgiens und ist ein Muss für alle, die die Geheimnisse alter Siedlungen erkunden möchten.

Ein faszinierender Mix aus vorchristlichen und christlichen Bauelementen prägt die steinernen Hallen von Gogichaant Ghele und spiegelt die kulturelle Entwicklung dieses bedeutenden Ortes wider. Die monumentalen megalithischen Bauten aus dem 11.–13. Jahrhundert sind eindrucksvolle Beispiele weltlicher mittelalterlicher Architektur; ihre besondere Bauweise mit der Anordnung riesiger Felsblöcke zeugt von einzigartigem handwerklichem Können.

Die Gebäude des Geländes sind funktional gegliedert und umfassen landwirtschaftliche, Wohn- und Sakralbauten. In den landwirtschaftlichen Gebäuden finden sich historisch bedeutsame Anlagen wie Weinpressen, Chacha-Brennereien, Ölpressen, Kuhställe und Getreidespeicher, die ein lebendiges Bild des früheren Siedlungslebens zeichnen. Hinweise auf den Wohnsitz eines lokalen Feudalherrn deuten zudem auf eine erhebliche sozial-politische Bedeutung hin.

Die Siedlung liegt terrassenförmig am bewaldeten Berghang des Dorfes Chobiskhevi und folgt dem Geländeverlauf bis zum Gipfel. Im Zentrum stehen gut erhaltene, vorchristliche steinerne Hallen mit konischen Kuppeln als eindrucksvoller Zeuge der Vergangenheit. Die typische kyklopische Bauweise des zentralen runden Raums mit konischer Kuppel und zentraler Öffnung zeigt die effektive Nutzung des lokal vorkommenden, basaltartigen, porösen Gesteins.

Der christliche Teil der Siedlung zeichnet sich durch kleinere Steinbauten mit mittelgroßen rechteckigen Wohnzellen aus. Zu diesen gehört auch eine Kirche, von der heute nur ein Altarfragment erhalten ist. Ein eingemeißeltes Steinkreuz im Altarraum und die Verwendung bernsteinfarbenen Sandsteins in der Bauweise verleihen dem Komplex eine besondere spirituelle Atmosphäre.

Gogichaant Ghele besticht durch seine ungewöhnliche Ausdehnung und weicht damit vom typischen Bild einer ländlichen Siedlung ab. Die terrassenartige Anlage ist charakteristisch für das Land Tori und orientiert sich am Gelände, wodurch unterschiedlich breite künstliche Terrassen entstehen. Leider haben Straßenbaumaßnahmen im vergangenen Jahrhundert erhebliche Schäden verursacht und mehrere Dutzend Häuser zerstört. Die starke nördliche und nordwestliche Mauer aus trocken geschichtetem Stein ist jedoch noch als Schutzbefestigung erhalten.

Ob wegen seiner architektonischen Meisterleistungen oder der eindringlichen Einblicke in das antike Alltagsleben — ein Besuch von Gogichaant Ghele versetzt Sie in vergangene Zeiten und vermittelt ein eindrückliches Verständnis von Georgiens reicher Geschichte und kultureller Entwicklung.

Siedlung Gogichaant Ghele Karte

In der Nähe von Siedlung Gogichaant Ghele

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